Eidg. Fachausweis

Bergführer/in BP

leiten, organisieren, wandern, klettern, vorbereiten, absichern

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Was macht ein/e Bergführer/in BP?

Die Bergwelt ist wunderschön und faszinierend, doch drohen in jeder Jahreszeit Gefahren, wenn man sich nicht auskennt. Schon ein plötzlicher Wetterumschlag kann lebensgefährlich werden.

Bergführer und Bergführerinnen kennen die möglichen Gefahren, die Bergwanderern drohen, wie Gletscherspalten, Lawinen, Steinschlag, Wetterumschlag und Fehlverhalten. Deshalb stimmen sie die Touren passend auf die körperliche Leistungsfähigkeit der Beteiligten ab und überwachen die sorgfältige Zusammenstellung der Ausrüstung. Dazu zählen zum Beispiel Steigeisen, Seil, Pickel, Verpflegung usw., je nachdem, um welche Art von Bergtour es sich handelt. Sie informieren die Teilnehmenden über den Start, Ablauf und die Unterkunft, erteilen ihnen Ratschläge für die Ausrüstung, zum Beispiel einen starken Sonnenschutz, geeignete Bergschuhe und einiges mehr. Auf den Touren selber unterstützen sie dann die Gäste beim richtigen Laufen und Klettern, bei technischen Schwierigkeiten mit der Ausrüstung und stehen ihnen in Stressmomenten oder körperlichen Überforderung bei.

Die Touren können einen Tag dauern oder auch mehrere, es kann sich um Berg-, Ski-, Wander- und Klettertouren handeln. Immer tragen die Bergführerinnen und Bergführer die oberste Verantwortung für die Sicherheit aller Beteiligten.

Was und wozu?

  • Damit eine Bergtour gelingt und alle Beteiligten zufrieden sind, plant und organisiert der Bergführer sie zuerst, bezieht Wetterverhältnisse und Leistungsfähigkeit der Teilnehmenden mit ein.
  • Damit die Bergführerin auf einer Bergtour Unfälle oder Erschöpfungszustände vermeiden kann, informiert und instruiert sie die Beteiligten über mögliche Gefahren und achtet darauf, dass die Sicherheitsvorschriften eingehalten werden.
  • Damit der Bergführer seine Kenntnisse ausserhalb des Tourismus einsetzen kann, übernimmt er auch Einsätze bei Rettungsaktionen, zum Beispiel bei unzugänglichen Gebirgsabschnitten.
  • Damit die Bergführerin die Bergtour spannend gestalten kann, verfügt sie über das nötige Wissen zur Pflanzen- und Tierwelt und erzählt darüber, sofern ausländische Touristen dabei sind sogar in einer Fremdsprache.

Facts

Zutritt
Bei Prüfungsantritt:

a) Mind. 19 Jahre alt und ausreichend Erfahrung als Amateur-Bergsteiger/in mit Nachweis einer Tourenliste

b) abgeschlossene Berufslehre mit EFZ, gymnasiale Maturität, Berufs- oder Fachmaturität, Fachmittelschule oder gleichwertiger Abschluss und

c) mind. 4 Jahre Berufserfahrung mit 40 dokumentierten Touren, Bergführer-Aspirantenausweis sowie

d) die erforderlichen Module bzw. gleichwertige Abschlüsse.
Ausbildung
3 Jahre berufsbegleitende, modulare Ausbildung.

Hinweis: Die Kurskosten werden teilweise vom Bund übernommen. Absolventen/-innen einer Berufsprüfung können beim Bund einen Subventionsantrag stellen, womit 50% des Kursgeldes (höchstens 9'500.–) sowie zusätzlich 4'000.– (sofern Mitgliedsfirma) aus dem Weiterbildungsfonds zurückerstattet werden.
Sonnenseite
Bergführer und Bergführerinnen tragen zwar eine grosse Verantwortung, aber der Lohn ist meistens überwältigend, zum Beispiel, wenn man einen Berggipfel erreicht hat. Zudem ist die Arbeit in freier Natur eine wahre Erfüllung.
Schattenseite
Bei einem unerwarteten Wetterumschlag müssen sorgfältig geplante Bergtouren abgebrochen werden. Das ist zwar ärgerlich, aber nötig. Handkehrum ist der Himmel stahlblau, jedoch weht ein bissiger Wind.
Gut zu wissen
Bergführer und Bergführerinnen arbeiten als selbstständig Erwerbende oder im Angestelltenverhältnis an Bergsport- und Schneesportschulen, bei Veranstaltern von Berg-, Ski- und Kletter-Touren, Canyoning-Touren und anderen Outdoor-Aktivitäten. Sie organisieren einfachere Touren , an denen auch mässig sportliche Touristen teilnehmen. Sie bieten aber auch anspruchsvolle Outdoor- und Adventure-Aktivitäten an, wie Klettersteig-Begehungen, oder Steileisklettern. Das gestaltet sich abenteuerlich und ist etwas für echte Profis.

TOP 10 Anforderungen

wichtig
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unverzichtbar
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unverzichtbar
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sehr wichtig
wichtig

Karrierewege als Bergführer/in BP

Alle 3 Jahre: Fortbildungs- oder Rettungskurs. Weiterbildung und Spezialisierung auf einem Gebiet der Alpintechnik. Aufstieg: Prüfungsexperte/-in, Ausbildner/in, eigene Bergsteigerschule.

Bachelor of Science (FH) in Tourism oder in Sports

Tourismusfachmann/-frau HF (eidg. Diplom)

Fachmann/-frau im Pisten- und Rettungsdienst BP (eidg. Fachausweis)

Bergführer/in BP

4 Jahre Berufserfahrung als Bergführer/in sowie die erforderlichen Modulabschlüsse (siehe Zutritt)

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