Bauen? Ja gerne, aber bitte nachhaltig!

24.10.2023 von Rebecca Pozzoli Reportage

Die Weltbevölkerung wächst und ist angewiesen auf ausreichenden Wohnraum und geeignete Infrastruktur. Darum kann nicht einfach von heute auf morgen mit Bauen aufgehört werden. Doch beim Bauen werden – wie bei den meisten anderen Tätigkeiten – Treibhausgase freigesetzt, was zu einer Erhöhung der Durchschnittstemperatur auf der Erde führt und schwerwiegende Folgen wie erhöhte Meeresspiegel, extremere Wetterereignisse und veränderte Ökosysteme haben kann. Um die negativen Auswirkungen von CO2-Emissionen zu minimieren, den Klimawandel einzudämmen und die langfristige Gesundheit unseres Planeten zu erhalten, ist es von entscheidender Bedeutung, den Ausstoss von CO2 und anderen Treibhausgasen zu reduzieren.

Nachhaltiges Bauen als wirkungsvolle Massnahme gegen den Klimawandel

Nachhaltiges Bauen ist ein Ansatz im Bauwesen, der darauf abzielt, Gebäude und Infrastrukturen so zu planen, zu entwerfen, zu bauen und zu betreiben, dass sie die Umwelt schonen, Ressourcen effizient nutzen, sozial verträglich sind und wirtschaftlich rentabel bleiben. Dieser Ansatz berücksichtigt die langfristigen Auswirkungen von Bauprojekten auf die Umwelt, die Gesellschaft und die Wirtschaft. Implenia ist ein europäisches Bau- und Immobilienunternehmen mit Hauptsitz in der Schweiz, das sich auf nachhaltiges Bauen, Entwickeln und Bewirtschaften von Immobilien sowie die Umsetzung von Infrastrukturprojekten spezialisiert hat. Das Unternehmen setzt seit 2009 konsequent auf Nachhaltigkeit und verpflichtet sich, ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte in seinen Projekten zu berücksichtigen.

In der Genfer Gemeinde Satigny betreibt Implenia eine Plattform zur Aufbereitung von Aushub- und Rückbaumaterialien für ein wirkungsvolles Materialrecycling im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Bild: Implenia

«Nachhaltigkeit wird bei uns gross geschrieben»

Anita Eckardt, Mitglied des Implenia Executive Committee und Head Division Specialties, geht an der SINDEX-Fachmesse näher darauf ein: «Nachhaltigkeit wird bei Implenia gross geschrieben. Denn Bauunternehmen können in den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft viel beitragen. Das bringt aber auch eine grosse Verantwortung mit sich. Implenia nimmt diese wahr und berücksichtigt beim Entwickeln, Planen, Bauen und Bewirtschaften das Thema Nachhaltigkeit in all diesen Dimensionen». Neben der Arbeitssicherheit sei die Nachhaltigkeit der wichtigste Aspekt bei der Entscheidung, welche Unternehmen zum führenden Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister Implenia dazu stossen dürfen, verrät Eckardt im Forumsgespräch: «Wir entwickeln neue Lösungen, sparen so Material und bauen effizienter. Wir reduzieren, verwenden bestehende Materialien oder ganze Gebäude wieder und recyclen – digitalisiert und transparent».

Daten, Daten, Daten braucht das Land

Um der zunehmenden Regulierung Rechnung zu tragen und eine führende Rolle bei der Dekarbonisierung einzunehmen, hat sich Implenia für Neubauten im Bereich der eigenen Immobilienentwicklungsprojekte in der Schweiz vorgenommen, bei den Betriebsemissionen bis 2030 Netto-Null zu erreichen und bei den Erstellungsemissionen bis 2040.

Das ist eine grosse Herausforderung. Denn viele Bauzulieferer weisen die CO2-Emissionen, die bei der Herstellung ihrer Materialien entstehen, noch gar nicht oder zu wenig genau aus. Deshalb müssen als erstes verlässliche Daten dazu gesammelt werden. Dies ist eine Herkulesaufgabe, der sich Implenia mit viel Engagement widmet. Denn aus den Daten können Strategien abgeleitet werden, um die CO2-Emissionen zu reduzieren, was sich laut Eckardt auszahle: «Wir konnten unseren CO2-Fussabdruck für das gesamte Unternehmen im Jahr 2022 deutlich reduzieren, um 10,5 Prozent».

So können die Umweltauswirkungen minimiert werden

Implenia setzt unter anderem auf die Reduzierung des Energieverbrauchs und die Verwendung von umweltfreundlichen oder rezyklierten Baustoffen. Mit Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Werkhöfen und Produktionsanlagen erzeugt Implenia selbst Solarstrom. Immer häufiger werden umweltfreundliche Baustoffe wie Holz, Keramik oder Faserbeton verwendet. Für das Projekt Berlin Decks errichtet Implenia beispielsweise eine regional produzierte Keramikfassade aus natürlichen Rohstoffen und bei der Erstellung eines neuen Sicherheitsstollens für den Strassentunnel «Crapteig» hat die Gruppe durch den Einsatz von Faserbeton zwei Drittel der CO2-Emissionen eingespart. Eckardt ist überzeugt: «Wir können nicht Produkte bauen, die am Ende verbrannt werden. Deshalb nutzen wir z.B. auch vermehrt alte Gebäude um. Der Hauptsitz von Implenia in Zürich ist ein ehemaliges Hotel, das jetzt umgenutzt wird. Es ist wichtig, zirkulär zu denken!» Hierfür investiere Implenia auch in Forschung und Entwicklung: «Wir verfolgen den Ansatz, innovative Technologien und Lösungen im Bauwesen zu fördern, um die Nachhaltigkeit von Bauprojekten entscheidend verbessern können».

Als führender Schweizer Bau- und Immobiliendienstleister entwickelt, realisiert und bewirtschaftet Implenia Lebensräume, Arbeitswelten und Infrastruktur für künftige Generationen in der Schweiz und in Deutschland. Zudem bietet Implenia in weiteren Märkten Tunnelbau- und damit verbundene Infrastrukturprojekte. Entstanden 2006, blickt Implenia auf eine rund 150-jährige Bautradition zurück. Das Unternehmen fasst das Know-how aus hochqualifizierten Beratungs-, Entwicklungs-, Planungs- und Ausführungseinheiten unter einem Dach zu einem integrierten, multinational führenden Bau- und Immobiliendienstleister zusammen. Mit ihrem breiten Angebotsspektrum sowie der Expertise ihrer Spezialisten realisiert die Gruppe grosse, komplexe Projekte und begleitet Kunden über den gesamten Lebenszyklus ihrer Bauwerke. Dabei stehen die Bedürfnisse der Kunden und ein nachhaltiges Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichem Erfolg sowie sozialer und ökologischer Verantwortung im Fokus. Implenia mit Hauptsitz in Opfikon bei Zürich beschäftigt europaweit mehr als 9‘000 Mitarbeitende (FTE) und erzielte im Jahr 2022 einen Umsatz von CHF 3,6 Mrd.

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